Jakobskreuzkraut und Honig

In den vergangenen Monaten wurde in der Presse immer wieder darüber berichtet, dass Honig mit giftigen Pyrrolizidinalkaloiden (PA), die vom Jakobskreuzkraut stammen, belastet sein kann. Das ist sicherlich ein Problem, das wir in keiner Weise schmälern wollen.

Senecio_jacobaea_20070603w1

Blüte des Jakobskreuzkrautes (Senecia jocobea)

Da wir häufig von verunsicherten Kunden auf dieses Thema angesprochen werden, haben wir auf dieser Seite noch einmal einige Fakten für Sie zusammengestellt:

  1. Das Jakobskreuzkraut ist eine heimische Pflanze, die es wahrscheinlich schon seit Jahrhunderten in unserer Region gibt. Problematisch ist jedoch, dass es sich seit einigen Jahren insbesondere auf brachliegenden und extensiv genutzten Flächen stark ausbreitet. Die Gründe hierfür sind vielfältig und nicht von heut auf morgen abzustellen.
  2. Das Jakobskreuzkraut ist allerdings keine attraktive Trachtpflanze für die Honigbiene. Das bedeutet, dass die Biene viele andere Pflanzen dem Jakobskreuzkraut vorzieht – sofern welche da sind. Nur in Gegenden, wo wirklich sehr große Bestände des giftigen Krauts existieren und gleichzeitig wenig andere Trachtpflanzen zur Verfügung stehen, ist auch eine hohe Belastung des Honigs durch PA zu erwarten.
  3. Honige von anderen Kontinenten (z.B. Südamerika, Australien) sind teilweise um ein Vielfaches stärker belastet als unsere heimischen Honige, weil die kargen Böden dort eine noch bessere Grundlage für die Ausbreitung PA-haltiger Pflanzen liefern.
  4. In der Frühtracht kann es schon deshalb kaum zu starken Belastungen kommen, weil das Jakobskreuzkraut für gewöhnlich erst ab Mitte Juni blüht. Zwar hat der Blühzeitraum in diesem Jahr durch das milde Frühjahr einige Wochen früher begonnen, allerdings war die Rapsblüte aus demselben Grund auch entsprechend früher zuende und der Honig somit auch abgeschleudert, bevor nennenswerte Mengen von Jakobskreuzkraut-Pollen eingetragen worden sein könnten.

Fazit: Die Gefahr einer erhöhten Aufnahme von Pyrrolizidinalkaloiden aus dem Jakobskreuzkraut durch (Sommer-)Honig besteht grundsätzlich schon. Die meisten Honige aus unserer Region sind jedoch kaum belastet. Eine Beprobung zwecks Entwarnung ist für die Imker notwendig, unter den gegebenen Umständen allerdings noch nicht sinnvoll: Die Proben sind noch sehr teuer und haben außerdem noch gar keine Aussagekraft, da noch keine offiziellen Grenzwerte für die Belastung des Honigs durch PA existieren. Hier muss die Politik aktiv werden. Die meisten Imker halten ihre Bienen als Hobby oder kleinen Nebenerwerb. Der Verkauf des Honigs ist für sie dringend notwendig, damit sich die Imkerei wenigstens selbst trägt.

Wie geht es nun weiter?

Aus unserer Sicht sind drei Dinge erforderlich, um den Verbraucher effektiv vor einer zu hohen Belastung durch PA im Honig zu schützen:

  1. Es müssen klare Grenzwerte für PA im Honig festgelegt werden, damit Proben genommen und analysiert werden können. Allerdings ist dies mit hohen Kosten für die meist hobbymäßig arbeitenden Imker verbunden, die dann entweder durch Verbraucher oder Politik getragen werden müssten.
  2. Jeder kann einen kleinen Beitrag leisten, um die Gefahr einer zu hohen Belastung durch PA vom Jakobskreuzkraut zu verringern: Halten Sie die Augen offen nach dem giftigen Jakobskreuzkraut auf Spaziergängen oder Autofahrten. Reißen Sie selbst diese Pflanzen heraus und verbrennen sie oder sagen Sie „Ihrem“ Imker vor Ort Bescheid. (Beim Umgang mit dem Jakobskreuzkraut sollten Handschuhe getragen werden.) Gegebenenfalls sollten Sie sich erst mit dem Grundstückseigentümer in Verbindung setzen, auf dessen Grundstück die Pflanzen stehen. Die meisten Grundstückseigentümer werden mit der Entfernung des Krautes einverstanden sein. (In Dänemark steht es sogar unter Strafe das Jakobskreuzkraut auf seinem Grundstück zu dulden!)
  3. Und nicht zuletzt kann jeder Gartenbesitzer das Nahrungsangebot für unsere Bienen erhöhen, indem er seinen Garten mit sogenannten Bienenweide-Pflanzen bestückt, die ein reiches Nektar- und Pollenangebot für die Honigbiene bieten. (s. Link im Anhang)

Nähere Infos zur Bekämpfung des Jakobskreuzkrautes erhalten Sie, wenn Sie den folgenden Link anklicken:

http://www.hartog-lucerne.de/infoportal/jakobskreuzkraut/jakobskreuzkraut-bekämpfen

Für eine genaue Bestimmung des Kreuzkrautes ist der folgende Link sehr hilfreich:

http://www.wege-zum-pferd.de/2011/07/14/kampf-dem-jakobskreuzkraut/

Eine Auflistung von Bienenweidepflanzen für den Garten finden hier:

http://www.rundumdiebiene.de/index.php4

Merken

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen